Sonntag, 18. März 2012

Räucherkerzen im Frühling

Ja, Ihr habt richtig gehört. Gestern waren wir zum Räucherkerzenherstellen. Ein Riesenspaß und interessant obendrein. Mit der Bahn nach Cranzahl, weiter mit der Bimmelbahn bis Neudorf am Fuße des Fichtelberges. Also Erzgebirge von allen Seiten. Dementsprechend wird man vom Steff auch in Mundart in die Produktion eingewiesen. Es geht zu wie in der Backstube. Räucherkerzen bestehen aus feingemahlener Holzkohle und einem Kleber, der diese zusammenhält. Der Kleber ist bei "Huss" (so heißt die traditionelle Firma) aus Kartoffelmehl, welches mit Wasser vorher aufgekocht wird und sich nun wie eine schwabbelige Masse anfühlt. Natürlich darf man die Gewürze nicht vergessen, Weihrauch und Vanille als unbedingtes Muss, Sandelholz, Lavendel, Zimt usw. Das alles wird durch ein spezielles Knetverfahren mit den Fingern zusammengeführt. Danach der Teig ausgerollt, in Streifen geschnitten, dann ich kleine Rechtecke und zum Schluss in diese winzigen Kegel geformt. Und eins sage ich Euch, alle Räucherkerzen, die nicht schwarz aussehen, sind mit Chemie behandelt. Dann wird nähmlich Holzmehl als Ausgangsstoff verwendet und mit Farben gefärbt, denn schwarze echte kann man nicht färben. Schwarz bleibt schwarz. Drum gibt es bei vielen Räucherkerzen auch Kopfschmerzen oder allergische Reaktionen. Aber Menschen kaufen eben mit dem Auge und so wird viel zu viel Chemie verwendet.





 Das ist meine Schachtel. die müssen jetzt natürlich noch ein paar Tage lagern.

 Danach werden natürlich die Hände unter frischem kalten Pumpenwasser ordentlich geschruppt, wie früher eben.

 Den Bimmelbahnweg gehts dann zu Fuß zurück bis Cranzahl. Und  hier gehts zur Webseite von Huss. Vielleicht hat ja jemanden Lust bekommen, seine eigenen echten Räucherkerzen herzustellen. Idylle pur.

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